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Haut: Pilzinfektionen, Herpes und Akne

Viele Hautbeschwerden lassen sich gezielt behandeln: Antimykotika bei Pilzinfektionen, Virostatika bei Herpes und topische Retinoide oder Antibiotika bei Akne. Ein Teil davon ist rezeptfrei erhältlich, die wirksamen oralen Präparate sind dagegen verschreibungspflichtig und werden erst nach ärztlicher Beurteilung verordnet.

Fußpilz: rezeptfrei behandelbar, aber konsequent

Fußpilz lässt sich in den allermeisten Fällen mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke behandeln. Wirkstoffe wie Terbinafin, Bifonazol oder Clotrimazol stehen als Creme, Gel, Spray oder Puder zur Verfügung. Am häufigsten betroffen sind die Zehenzwischenräume, wo die Haut weißlich aufquillt, einreißt, juckt und brennt.

Der entscheidende Fehler ist der zu frühe Abbruch. Sobald der Juckreiz weg ist, sieht die Haut gesund aus, obwohl der Pilz noch vorhanden ist. Halten Sie sich deshalb an die auf der Packung angegebene Behandlungsdauer und brechen Sie nicht ab, wenn die Beschwerden nachlassen.

Dazu gehört die Umgebung: Füße nach dem Duschen sorgfältig abtrocknen, besonders zwischen den Zehen, atmungsaktive Schuhe wechseln, Socken bei hoher Temperatur waschen, in Schwimmbad und Umkleide nicht barfuß laufen und Handtücher nicht teilen. Ohne diese Maßnahmen kehrt der Pilz zuverlässig zurück.

Ärztlich abklären lassen sollten Sie einen Fußpilz, der nach mehreren Wochen konsequenter Behandlung nicht abheilt, der sich großflächig ausbreitet, der bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen auftritt oder bei dem sich Rötung, Schwellung und Schmerz entwickeln. Letzteres kann für eine bakterielle Zusatzinfektion sprechen.

Nagelpilz: lange Behandlungsdauer und die Frage nach der Tablette

Nagelpilz ist die geduldigste aller Hautbehandlungen. Ein befallener Nagel wird gelblich-braun, verdickt sich, wird brüchig und löst sich unter Umständen vom Nagelbett. Rezeptfrei stehen Nagellacke mit Amorolfin oder Ciclopirox sowie Sets zur Aufweichung des Nagels zur Verfügung. Sie kommen infrage, wenn nur wenige Nägel und nicht die Nagelwurzel betroffen sind.

Sind mehrere Nägel befallen, ist der hintere Nagelbereich betroffen oder bleibt die äußerliche Behandlung erfolglos, wird eine Tablettenbehandlung nötig, meist mit Terbinafin. Sie ist verschreibungspflichtig, dauert Monate und erfordert die Kontrolle der Leberwerte vor und während der Therapie. Außerdem sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu prüfen.

Vor einer Tablettenbehandlung sollte die Diagnose gesichert sein. Nicht jeder verfärbte oder verdickte Nagel ist ein Pilz: Schuppenflechte, wiederholte Druckbelastung durch zu enge Schuhe und alte Verletzungen sehen ähnlich aus. Eine Labordiagnostik aus Nagelmaterial schafft hier Klarheit und erspart im Zweifel eine monatelange, unnötige Therapie.

Unabhängig vom Weg gilt: Der Nagel wächst langsam. Bis ein Zehennagel vollständig ersetzt ist, vergehen viele Monate, und erst dann sieht man das Ergebnis.

Scheidenpilz: was rezeptfrei hilft und wann nicht

Eine unkomplizierte Scheidenpilzinfektion lässt sich mit rezeptfreien Antimykotika aus der Apotheke behandeln, meist Clotrimazol als Vaginaltablette oder Creme, häufig in Kombination mit einer Creme für den äußeren Bereich. Typisch sind Juckreiz, Brennen, Rötung und ein weißlich-krümeliger Ausfluss ohne unangenehmen Geruch.

Die Selbstbehandlung ist vertretbar, wenn Sie diese Beschwerden bereits kennen und sie eindeutig sind. Nicht jeder Juckreiz im Intimbereich ist ein Pilz: Bakterielle Vaginose, Geschlechtskrankheiten, eine Kontaktreaktion auf Pflegeprodukte oder eine Hauterkrankung wie der Lichen sclerosus verursachen ähnliche Beschwerden und brauchen eine völlig andere Behandlung.

Ärztlich abklären lassen sollten Sie deshalb: erstmalig auftretende Beschwerden, Ausfluss mit unangenehmem Geruch, Blutungen außerhalb der Periode, Unterbauch- oder Rückenschmerzen, Fieber, Beschwerden in der Schwangerschaft, Beschwerden bei Diabetes oder geschwächtem Immunsystem sowie eine Infektion, die trotz Behandlung bestehen bleibt.

Wiederkehrende Infektionen, also mehrere Episoden innerhalb eines Jahres, sind ein eigenes Krankheitsbild. Sie werden anders und länger behandelt und gehören in gynäkologische Betreuung, nicht in wiederholte Selbstbehandlung mit demselben Präparat.

Lippenherpes: wann Creme reicht und wann Tabletten nötig sind

Bei einem gewöhnlichen Lippenherpes reicht in der Regel eine rezeptfreie Creme mit Aciclovir oder Penciclovir. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Beginnen Sie beim ersten Kribbeln, Spannen oder Brennen, also bevor die Bläschen sichtbar sind. Ist die Kruste erst da, verkürzt die Creme kaum noch etwas.

Das Herpes-simplex-Virus bleibt nach der Erstinfektion lebenslang in Nervenknoten und wird durch Auslöser reaktiviert: fieberhafte Infekte, starke Sonneneinstrahlung, Stress, hormonelle Schwankungen. Deshalb kommt es wieder, und deshalb ist ein Lippensonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor bei bekannter Neigung sinnvoll.

Tabletten mit Aciclovir oder Valaciclovir sind verschreibungspflichtig und kommen bei sehr häufigen, sehr ausgedehnten oder besonders schmerzhaften Episoden infrage, ebenso bei geschwächtem Immunsystem.

Sofort ärztlich abklären lassen müssen Sie: Bläschen oder Schmerzen am Auge oder auf dem Augenlid, denn eine Herpesinfektion am Auge kann das Sehvermögen bedrohen. Ebenso einen ausgedehnten Befall, Herpes bei Säuglingen, bei Menschen mit Neurodermitis und bei Immunschwäche. Zur Hygiene: nicht an den Bläschen manipulieren, Hände waschen, keine Handtücher oder Lippenpflege teilen, keinen Kontakt mit Neugeborenen im akuten Stadium.

Akne: was rezeptfrei ist und was ein Rezept braucht

Bei leichter Akne stehen rezeptfreie Wirkstoffe zur Verfügung, vor allem Benzoylperoxid und Azelainsäure. Benzoylperoxid wirkt gegen die beteiligten Bakterien, ohne Resistenzen zu fördern, kann aber Haut reizen und Textilien bleichen. Beginnen Sie mit niedriger Konzentration und wenigen Anwendungen pro Woche.

Wirksame topische Retinoide wie Adapalen sowie Antibiotika zum Auftragen sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Topische Antibiotika werden nicht als alleinige Dauerbehandlung eingesetzt, sondern mit Benzoylperoxid kombiniert, um Resistenzen zu vermeiden. Bei mittelschwerer Akne kommen auch Antibiotika zum Einnehmen für einen begrenzten Zeitraum infrage, ebenfalls in Kombination mit einer äußerlichen Behandlung.

Orales Isotretinoin ist die wirksamste Option bei schwerer, vernarbender Akne, aber an strenge Bedingungen gebunden: Laborkontrollen, ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm wegen der schweren Fruchtschädigung und eine engmaschige fachärztliche Begleitung. Über einen Fragebogen ist das nicht darstellbar, und wir verordnen es nicht.

Geduld gehört auch hier dazu: Eine Aknebehandlung wird frühestens nach etwa acht bis zwölf Wochen beurteilt. In den ersten Wochen kann sich das Hautbild vorübergehend verschlechtern. Nicht kratzen und nicht ausdrücken, das ist die häufigste Ursache für bleibende Narben.

Akne im Erwachsenenalter und hormonelle Akne

Akne im Erwachsenenalter ist häufig und betrifft überwiegend Frauen. Sie zeigt sich typischerweise anders als in der Jugend: weniger an Stirn und Nase, dafür an Kinn, Kieferlinie und Hals, oft mit tiefen, druckschmerzhaften Knoten und einem Schub vor der Periode.

Die Behandlung folgt denselben Prinzipien wie sonst, also äußerliche Wirkstoffe als Basis. Zusätzlich kommen bei Frauen hormonell wirksame Optionen infrage, unter anderem bestimmte kombinierte hormonelle Verhütungsmittel. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Thromboserisiko, vom Rauchverhalten, vom Blutdruck und von Migräne mit Aura ab und ist eine ärztliche Entscheidung, keine kosmetische.

Abklären lassen sollten Sie eine Akne, die im Erwachsenenalter plötzlich neu auftritt, besonders wenn zusätzlich unregelmäßige Zyklen, vermehrte Körperbehaarung oder Haarausfall am Kopf bestehen. Das kann auf eine hormonelle Störung wie ein polyzystisches Ovarsyndrom hinweisen.

Zur Pflege: Häufiges Waschen mit aggressiven Reinigern verschlimmert das Bild, weil die geschädigte Hautbarriere mehr Reizung zulässt. Sinnvoll sind milde Reinigung zweimal täglich, leichte, nicht komedogene Pflege und konsequenter Sonnenschutz, gerade unter Retinoiden. Von einer bestimmten Ernährungsweise als Aknetherapie ist abzuraten; die Datenlage rechtfertigt keine strengen Verbote.

Was oft mit Akne verwechselt wird

Nicht jede Unreinheit ist Akne, und die Verwechslung führt regelmäßig zu monatelangen erfolglosen Behandlungen.

Rosazea betrifft überwiegend Erwachsene ab dem mittleren Alter und zeigt anhaltende Rötung, sichtbare Äderchen, Pusteln und Brennen, aber keine Mitesser. Sie verschlechtert sich durch Hitze, Alkohol, scharfe Speisen und Sonne. Behandelt wird sie anders als Akne.

Die Malassezia-Follikulitis, im Netz meist als fungal acne bezeichnet, besteht aus gleichförmigen, juckenden Pusteln an Brust, Rücken und Schultern und wird durch einen Hefepilz verursacht. Aknemittel helfen nicht, Antimykotika schon.

Akne inversa, medizinisch Hidradenitis suppurativa, ist keine Akne, sondern eine chronisch entzündliche Erkrankung mit schmerzhaften Knoten, Abszessen und Fistelgängen in Achseln, Leisten und unter der Brust. Sie gehört früh in fachärztliche Behandlung, weil eine späte Behandlung Vernarbungen hinterlässt. Rauchen und Übergewicht verschlechtern den Verlauf.

Die sogenannte Mallorca-Akne ist eine lichtbedingte Hautreaktion, die nach Sonnenexposition mit juckenden Papeln auftritt, häufig im Zusammenspiel mit fetthaltigen Sonnenschutzprodukten. Sie reagiert auf Lichtschutz und fettfreie Präparate, nicht auf Aknemittel.

Wann Sie zur Hautärztin oder zum Hautarzt gehören

Manche Hautbefunde dulden keinen Behandlungsversuch auf eigene Faust. Sofort ärztlich untersuchen lassen sollten Sie: eine sich rasch ausbreitende, überwärmte Rötung mit Fieber und Krankheitsgefühl, was für eine Wundrose sprechen kann; großflächige Blasenbildung; eine Beteiligung von Auge, Mund oder Genitale bei einem Ausschlag; starke Schmerzen, die nicht zum sichtbaren Befund passen.

Zeitnah abklären lassen sollten Sie außerdem jeden Leberfleck, der sich in Größe, Form oder Farbe verändert, blutet oder juckt, sowie jede Hautveränderung, die über Wochen nicht abheilt.

Dazu kommen die Fälle, in denen eine Selbstbehandlung schlicht nicht genügt: eine Akne mit tiefen Knoten und beginnender Narbenbildung, ein Nagelpilz mit Befall mehrerer Nägel, eine ausgedehnte oder wiederkehrende Pilzinfektion, jede Hautinfektion bei Diabetes, bei Durchblutungsstörungen oder unter immunschwächender Therapie.

Ein Fragebogen kann Haut nicht ansehen. Genau darin liegt die Grenze dieses Wegs: Er ersetzt keine Inspektion, keine Dermatoskopie und keine Probenentnahme. Wo die Diagnose selbst die Aufgabe ist, führt kein Weg an einer Praxis vor Ort vorbei.

Folgeverordnung dermatologischer Präparate: Ablauf und Kosten

Auf diesem Weg lässt sich eine bereits von einer Ärztin oder einem Arzt eingeleitete dermatologische Behandlung fortführen, damit keine Lücke entsteht. Sie geben im medizinischen Fragebogen das bisherige Präparat mit Wirkstärke an, seit wann Sie es anwenden, wie der Verlauf war, welche Nebenwirkungen aufgetreten sind, welche weiteren Medikamente Sie einnehmen und ob eine Schwangerschaft besteht oder geplant ist. Ein Arzt wertet das aus und stellt bei Vertretbarkeit ein Privatrezept aus, das Sie in jeder Apotheke einlösen können. Eine bestimmte Apotheke empfehlen wir nicht.

Die Folgeverordnung kostet 24,90 EUR, eine vorrangige Bearbeitung 9,90 EUR zusätzlich. Der Arzneimittelpreis ist nicht enthalten, weil ein Privatrezept den vollen Apothekenpreis vorsieht.

Die Gebühr deckt die ärztliche Beurteilung, nicht die Ausstellung des Dokuments. Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, erstatten wir sie. Fordert er Unterlagen an, etwa aktuelle Leberwerte bei einer Terbinafin-Behandlung oder einen dermatologischen Befund, und Sie reichen diese nicht nach, gilt die Beurteilung als erbracht und die Gebühr wird nicht erstattet.

Nicht möglich sind: orales Isotretinoin, die Erstbeurteilung eines unklaren Hautbefunds und alles, was eine Inspektion oder Probenentnahme voraussetzt.

Medizinisch geprüft am 28.08.2026 durch lek. Damian Wojno, Arzt mit polnischer Approbation, Nr. 3211301, Ärztekammer Olsztyn. Betreiber: MEDINOW Sp. z o.o., Olsztyn, Polen.

Ist Nagelpilz ohne Rezept behandelbar?

Ein beginnender Nagelpilz, der nur wenige Nägel und nicht den hinteren Nagelbereich betrifft, lässt sich mit rezeptfreien Nagellacken mit Amorolfin oder Ciclopirox behandeln. Sind mehrere Nägel befallen, ist die Nagelwurzel betroffen oder bleibt die äußerliche Behandlung erfolglos, wird eine verschreibungspflichtige Tablettenbehandlung nötig, meist mit Terbinafin, mit Kontrolle der Leberwerte. Vorher sollte durch eine Labordiagnostik gesichert sein, dass wirklich ein Pilz vorliegt.

Wie lange dauert eine Pilzbehandlung?

Fußpilz wird üblicherweise über mehrere Wochen behandelt, und die Behandlung wird nach dem Abklingen der Beschwerden noch fortgesetzt, weil der Pilz sonst zurückkehrt. Bei Nagelpilz dauert es deutlich länger: Die Tablettenbehandlung erstreckt sich über Monate, und weil ein Zehennagel sehr langsam wächst, ist das Ergebnis erst sichtbar, wenn der Nagel vollständig herausgewachsen ist. Halten Sie sich an die verordnete Dauer, nicht an den Zeitpunkt der Beschwerdefreiheit.

Wann braucht Herpes ein orales Mittel?

Bei einem gewöhnlichen Lippenherpes genügt in der Regel eine rezeptfreie Creme, wenn sie beim ersten Kribbeln aufgetragen wird. Verschreibungspflichtige Tabletten mit Aciclovir oder Valaciclovir kommen bei sehr häufigen, ausgedehnten oder besonders schmerzhaften Episoden sowie bei geschwächtem Immunsystem infrage. Bläschen oder Schmerzen am Auge sind ein Notfall und müssen sofort augenärztlich untersucht werden, weil das Sehvermögen bedroht sein kann.

Was hilft bei Akne im Erwachsenenalter?

Die Basis bilden äußerliche Wirkstoffe: rezeptfrei Benzoylperoxid und Azelainsäure, verschreibungspflichtig topische Retinoide wie Adapalen sowie topische Antibiotika, die immer mit Benzoylperoxid kombiniert werden. Bei Frauen können zusätzlich hormonell wirksame Optionen infrage kommen, was ärztlich nach Thromboserisiko, Blutdruck, Rauchverhalten und Migräne mit Aura entschieden wird. Beurteilen Sie den Erfolg frühestens nach acht bis zwölf Wochen und drücken Sie nichts aus.

Wann sollte ich zur Hautärztin oder zum Hautarzt gehen?

Sofort bei rasch fortschreitender, überwärmter Rötung mit Fieber, bei großflächiger Blasenbildung, bei Beteiligung von Auge, Mund oder Genitale und bei Schmerzen, die nicht zum sichtbaren Befund passen. Zeitnah bei jedem Leberfleck, der sich verändert, blutet oder juckt, bei Hautveränderungen, die über Wochen nicht abheilen, bei Akne mit tiefen Knoten und Narbenbildung sowie bei jeder Hautinfektion mit Diabetes, Durchblutungsstörung oder geschwächtem Immunsystem.